Willkommen auf der Erde

Unsere Räume befinden sich in einer alten Schilderwerkstatt im Hinterhof der Talstraße 17-21 auf Hamburg St. Pauli. Die Gebäude stammen aus dem Jahr 1907 und versprühen noch immer den von der Bodenständigkeit St. Paulis geprägten Charme dieser Zeit. Seit dem 1. Oktober 2006 werden auf dem nach traditioneller Methode gestampften und „medizinierten“ Lehmboden Kalarippayat, das „Tantra Yoga der Kampfkünste“, und traditionelles Astanga Vinyasa Yoga im Mysore Style unterrichtet.

Die Kampfkunst des Kalari und klassisches Yoga stehen in einem gemeinsamen Kontext, da sie eine eng miteinander verflochtene Entstehungsgeschichte haben und auf den selben Prinzipien basieren. Häufig werden dieselben Begrifflichkeiten wie z.B. Prana, Chakra, Posture, Fokus oder Ausrichtung verwendet. Gemeinsam mit dem Ayurveda bilden sie das ursprünglich in vielen Kulturen ausgeprägte Dreieck von Spiritualität, Heilkunst und Kampfkunst, das sich z.B. auch in der chinesischen Kultur in Form von Chi Gung, TCM und Kung Fu bewahrt hat.

Ein uraltes Prinzip

Die Verwendung von Lehm kommt aus den Kalaris in Indien, wurde aber auch von den Römern dokumentiert, die ihre Thermen damit ausstatteten und sich so die hervorragenden klimatischen Eigenschaften und daraus resultierenden Heilkräfte dieses Baustoffes zunutze machten. Die positiven Auswirkungen auf rheumatische und orthopädische Beschwerden waren bereits damals Teil der Therapie.

Um die Heilwirkung zu maximieren und für optimale Trainingsbedingungen zu sorgen, wurde der Lehm in der Talstraße mit einer über die Jahrhunderte überlieferten Mischung aus Ölen, Kräutern, Mineralstoffen und Gewürzen wie Rötel und Kurkuma behandelt. Zusätzlich dazu wird der Boden mit einem speziellen Verfahren täglich über Nacht erwärmt. So können Kalari Übende buchstäblich mit jedem Schritt über den Hautkontakt die wohltuenden Bestandteile aufnehmen, und die Yogis ihre Matten auf einem Boden ausbreiten, der bereits morgens um 7.30 Uhr eine angenehme, sanfte Wärme ausstrahlt.

Heilend, authentisch und sinnlich

Damit entspricht das Training fast vollständig den Bedingungen in Indien; der medizinierte Boden verstärkt die heilende Wirkung von Kalarippayat, Yoga und Behandlungen.

Kalarippayat und Kalari Yoga können von nun an traditionell, das bedeutet „unter Öl“, praktiziert werden, was Entschlackung und Beweglichkeit enorm fördert, ein vollkommen anderes Trainingsgefühl vermittelt und im wahrsten Sinne des Wortes “erdet”. Gleichzeitig bietet der Lehm den perfekten Untergrund für die dynamischen Bestandteile des Kalarippayat, da er auch dann seine Griffigkeit bewart, wenn etwas Öl auf den Boden gerät. Das Kalarippayat in dieser Form ist außerhalb Indiens momentan einmalig!

Mehr als ein Studio

Nach einer garantiert schweißtreibenden Practice haben die Übenden dann die Möglichkeit, sich in unseren Duschen zu erfrischen und es sich anschließend in der Sitzecke mit handverlesenen Magazinen und Büchern aus unserer Bibliothek gemütlich zu machen.
Unser Ziel ist es, neben einem Raum zum Üben einen Ort zu schaffen, der die Möglichkeit zu Begegnungen, Gesprächen aber auch ganz einfach dem bloßen Verweilen und „Sein“ geben soll – Gemeinschaft und Lebensgefühl: Willkommen im Collective!

“The pearl is in the oyster. And the oyster is at the bottom of the sea. Dive deep.”

- Kabir

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